Dieter Franz (SPD): Hilfe gegen Ärztemangel im ländlichen Raum

Dieter Franz MdL
Dieter Franz (MdL)

„Bis ins Jahr 2020 werden in ländlichen Gebieten 80% der Hausarztsitze nicht besetzt werden können. Die EU-Richtlinie 2005/36/EG bietet die Gelegenheit teilärztliche Leistungen durch qualifiziertes Fachpersonal ausführen zu lassen“, sagte der Landtagsabgeordnete Dieter Franz.
„In unserer alternden Gesellschaft steigt der Bedarf an medizinischer Versorgung kontinuierlich an. Mit der zusätzlichen Qualifizierung von Pflegekräften können Teile dieses Bedarfs auf qualitativ hochwertigem Niveau trotzdem erfüllt werden“, so Franz weiter.
Das Berufsbild der Pflegeberufe ist in den letzten 30 Jahren starken Veränderungen unterworfen. Die EU-Richtlinie reagiert auf diese Veränderung mit einer besseren Qualifizierung der Pflegekräfte.
Durch eine weitreichende Qualifikation besteht mittelfristig die Chance, Aufgaben die nur mit ärztlicher Ausbildung wahrgenommen werden können durch Pflegekräfte ausführen zulassen. Angestrebt werden soll eine „Differenzierung“ der Pflegeberufe in einen berufsqualifizierenden und einen akademischen Ausbildungszweig. „Dadurch wird die Attraktivität gesteigert und die Möglichkeit des eigenverantwortlichen Arbeitens und Handelns verbessert. Außerdem werden die beruflichen Leistungen so besser bezahlt. Durch die in der Richtlinie genannte und geforderte 12 jährige Schulzeit bleibt die Durchlässigkeit gewährleistet. Außerdem wird sichergestellt, dass auch für junge Menschen mit einer Schulzeit von 10 Jahren weiterhin die Möglichkeit besteht ohne Hochschulreife diese höhere Qualifikation in diesem Berufsfeld zu erreichen“, so Franz weiter.
„Speziell für unsere Region Werra-Meissner und Hersfeld Rotenburg, die bedingt durch den demografischen Wandel unserer Gesellschaft auf eine medizinische Grundversorgung stärker angewiesen ist, bildet dies adäquate Lösungsansätze um dem Hausärztemangel entgegenzuwirken“, so Dieter Franz abschließend.