Skepsis und Zweifel am Landesschulamt

Dieter Franz MdL

Beeindruckt von der guten Arbeit der Reinhardswaldschule und deren vorbildlichen Vernetzung in der Region zeigten sich Landtagsabgeordnete der SPD-Nordhessenrunde, zu denen auch Dieter Franz gehört, kürzlich bei einem Besuch in der Bildungsstätte des Landes Hessen für Lehrerinnen und Lehrer in Fuldatal. In einem Gespräch mit der Leiterin des Standortes, Margit Berghof-Becker, und der Leiterin des Dezernats Fortbildung, Marianne Huttel, wurde auf die bereits bestehenden Kooperationen mit anderen Bildungseinrichtungen in der Region, so z.B. dem Zentrum für Lehrerbildung der Universität Kassel, den Studienseminaren und den Staatlichen Schulämtern hingewiesen. Für dieses Netzwerk bietet die Reinhardswaldschule einen Ort der Begegnung und des Austauschs. Mit der steigenden Eigenverantwortung der Schulen sei ein tragfähiges und unterstützendes Netzwerk vor Ort besonders notwendig, erklärten die beiden Gesprächspartnerinnen. Ob phasenverbindende Lehrerbildung oder inklusive Beschulung, die Schulen und ihre Lehrkräfte dürften bei den stets neuen Anforderungen nicht allein gelassen werden. Nicht nur wegen ihrer Bedeutung in der hessischen Bildungsgeschichte sei die Reinhardswaldschule deshalb auch in Zukunft dafür prädestiniert, ein zentraler Ort für die Bildungsverwaltung zu sein, sondern auch weil sie über die entsprechende Infrastruktur und Räumlichkeiten verfüge, stellten die nordhessischen Abgeordneten fest.

Mit Blick auf das geplante Landesschulamt, zu dem die beiden Regierungsfraktionen bereits einen entsprechenden Gesetzentwurf eingebracht haben, äußerten die SPD Landtagsabgeordneten erhebliche Zweifel am Nutzen der geplanten Einrichtung. „Wir vermuten, dass es sich hierbei um eine reine Organisations- und Verwaltungsreform handelt, die kein Interesse an inhaltlichen Bildungszielen und Reformen hat“, kritisierte Dieter Franz. Der Abgeordnete befürchtet, dass mit dieser Zentralisierung weitere Stellen aus der Region abgebaut und nach Wiesbaden verlegt werden. „Das haben wir leider in anderen Landeseinrichtungen, wie zum Beispiel bei der Straßenbauverwaltung, schon erlebt“, erinnerte er. Skepsis äußerten die SPD-Politiker auch hinsichtlich der Kosten, die für ein neues Landesschulamt mit SAP-Umstellung und IT-Anpassung aufgebracht werden müssten. „Wir werden die Anhörung im Hessischen Landtag besonders kritisch begleiten und auch mit anderen Vertretern der Bildungsregion Nordhessen intensiv Gespräche zum Thema führen“, kündigte der Politiker an.