Dieter Franz(SPD): Wahlfreiheit ist Augenwischerei

Dieter Franz MdL

Der Landtagsabgeordnete Dieter Franz hat im Zusammenhang mit der Debatte um die Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 eine weitere G9-Rückkehrwelle der Gymnasien für Hessen prognostiziert. Diese lasse sich auch nicht durch die propagierte, zweifelhafte Wahlfreiheit aufhalten. „Es ist schon dreist, dass sich gerade die CDU, die sich jahrelang mit Händen und Füßen gegen G9 gewehrt hat, nun für die Rückkehr der 5. und 6. Gymnasialklassen zu G9 über den grünen Klee lobt. Statt Lobhudelei wäre es angebrachter, diese politische Niederlage einzugestehen. Jahrelang hat sich die CDU den Argumenten von Eltern verschlossen und Kinder als Versuchskaninchen für das G8-Experiment missbraucht. Die SPD unterstützt das Rückkehrrecht für die 5. und 6. Klassen schon seit langem“, sagte Franz am Mittwoch in Wiesbaden.

Da die Wahlfreiheit innerhalb der Koalition beschlossene Sache sei, stelle sich nur noch die Frage, wie eine neue Regelung aussehen werde. Die Landesregierung habe versprochen, einen konkreten Gesetzentwurf zeitnah vorzulegen. „Wo Wahlfreiheit drauf steht, muss auch Wahlfreiheit drin sein. Es darf beispielsweise nicht sein, dass einzelne Eltern oder Elternteile die Rückkehr blockieren können!“, so Franz weiter.

Langfristig halte die SPD ein paralleles Angebot von G8 in der Mittelstufe für den falschen Weg, da es die Durchlässigkeit weiter gefährde und Schulwechsel innerhalb Hessens massiv erschwere. Während es für G9-Gymnasiasten immer leichter werde, ein passendes Angebot in Wohnortnähe zu finden, werde es für G8-Schüler immer schwerer. Die SPD sehe daher Ansätze zur Reform der Oberstufe, wie sie in Baden-Württemberg oder Niedersachsen sowie seitens der hessischen Landesschülervertretung favorisiert werden, als zielführender an. „Nur eine modularisierte Oberstufe nach einer sechsjährigen Mittelstufe schafft echte Wahlfreiheit für die Schüler“, sagte Franz.

„Die massive Abkehr der Eltern von G8 müsste zur Folge haben, dass Flächendeckend G9 wieder eingeführt wird. Stattdessen hält die Landesregierung an diesem totgerittenen Konzept fest!“, so Franz abschließend.