Dieter Franz (SPD): Alheimer-Kaserne soll vor 2016 freigegeben werden – Qualifizierung von Seiteneinsteigern durch InteA unzureichend

Dieter Franz MdL

Die Alheimer-Kaserne in Rotenburg/Fulda ist weiter als Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Hessen für die Unterbringung von Flüchtlingen im Gespräch. Es gibt verstärkte Gespräche seitens des Landes mit der Bundesregierung, dass die Kaserne früher als geplant (Ende März 2016) von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) freigegeben wird. Die Bima stellt dem Land die mietfreie Nutzung der Kaserne für die Flüchtlingsunterbringung in Aussicht.

„Die mietfreie Nutzung der Alheimer-Kaserne für die Flüchtlingsunterbringung ist für die Landesregierung ein wichtiges Argument für das Vorhaben. Die Erfahrungen in Gießen, wo die Hessische Erstaufnahmeeinrichtung steht, zeigen, dass Rotenburg eine verstärkte Präsenz von Polizei braucht, wenn die Unterbringung von Flüchtlingen kommt. Auch die Rettungskräfte müssen auf diese Situation vorbereitet werden“, sagte der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz.

Im gestrigen Unterausschuss für Heimatvertriebene, Aussiedler, Flüchtlinge und Wiedergutmachung (UHW) stellte die Landesregierung ihr Programm zur Beschulung junger Flüchtlinge, mit dem Namen Integration und Abschluss (InteA), vor. Die Landesregierung schätzt die Zahl der Seiteneinsteiger derzeit auf mehr als 11.000.

„Um ca. 11.000 Seiteneinsteiger sollen sich ganze 26 Sozialpädagogen kümmern. Das bedeutet, dass ein Sozialpädagoge durchschnittlich eine Stunde Zeit pro Monat pro Flüchtling aufwenden kann. Das ist für die oft traumatisierten jugendlichen Flüchtlinge, die über mangelnde Deutschkenntnisse verfügen viel zu wenig. Gerade die jungen Flüchtlinge brauchen eine intensive sozialpädagogische Betreuung. Die Landesregierung darf die Schulen und ehrenamtlichen Helfer vor Ort nicht mit dieser Problematik alleine lassen. Auch in Zeiten des Fachkräftemangels sollte man für die heimische Wirtschaft das vorhandene Potential der Flüchtlinge nutzen“, so Franz.

„Ich hätte mir mit Blick auf den Weltflüchtlingstag am 20.06.2015 ein deutlicheres Signal der Landesregierung an die Flüchtlinge auf der einen Seite und die ehrenamtlichen Helfer vor Ort auf der anderen Seite gewünscht. Leider ist das Programm InteA völlig unzureichend, um Seiteneinsteiger ohne Deutschkenntnisse für den Arbeitsmarkt zu qualifizieren“, sagte Dieter Franz abschließend.