Dieter Franz (SPD): Generalistische Pflegeausbildung – Belange der Altenpflege dürfen nicht zu kurz kommen

Dieter Franz MdL

Die Bundesregierung berät derzeit über ein Gesetz, dass die Ausbildung der Pflegeberufe reformieren soll. Sie plant ein Pflegeberufsgesetz, dass die Einführung einer generalistischen Pflegeausbildung mit Spezialisierungsmöglichkeiten und einem einheitlichen Berufsabschluss vorsieht. In der generalistischen Pflegeausbildung werden die Ausbildungsgänge Altenpfleger/in, Gesundheits- und Krankenpfleger/in sowie Kinderkrankenpfleger/in zusammengefasst. Der geplante Gesetzesentwurf sorgt für große Unruhe und hat zu einer Mailaktion an die Abgeordneten des hessischen Landtages geführt. Aus diesem Grund besuchte der SPD-Landtagsabgeordnete Dieter Franz gestern die AWO-Altenpflegeschule Eschwege und führte Gespräche mit dem Geschäftsführer der AWO Nordhessen gGmbH Michael Schmidt und der Schulleiterin der AWO-Altenpflegeschule Eschwege Jutta Schmid.

Die AWO betreibt in Nordhessen Altenpflegeschulen in Kassel, Marburg, Homberg, Fulda und Eschwege. Es gibt die Sorge, dass sich die Altenpflegeschulen nach der Reform nicht mehr um die Ausbildung der Fachkräfte im Pflegebereich kümmern können. „Um das zu verhindern müssen zentrale Punkte geregelt werden“, sagte Dieter Franz.

Insbesondere muss sichergestellt sein, dass die bisherigen Altenpflegeschulen hinsichtlich ihrer finanziellen Ausstattung den bisherigen Krankenpflegeschulen gleichgestellt sind.
Die Kosten müssen vollständig über Pauschalen aus Landesmitteln finanziert werden. Nur so haben die Schulen Planungssicherheit.

Ein weiteres Problem ist die Ausgestaltung der praktischen Ausbildung, die nicht gesetzlich geregelt wird, sondern über eine Ausbildungs- und Prüfungsverordnung festgeschrieben werden muss.

„Der AWO ist besonders eine lange Ausbildungszeit in den praktischen Ausbildungsbetrieben wichtig, darüber hinaus dürfen die Inhalte der Langzeitpflege in der generalistischen Ausbildung nicht zu kurz kommen“, sagte Franz.

„Wir gehen davon aus, dass die größten Befürchtungen in den zuständigen Bundesministerien beseitigt werden“ so Geschäftsführer Michael Schmidt.
„Ich bin über die Informationen der AWO dankbar und werde die Diskussionen um das geplante Gesetz weiter verfolgen. Das Gespräch war wichtig um die Probleme der generalistischen Pflegeausbildung zu verstehen. Das Land Hessen wird über den Bundesrat am Gesetzesentwurf beteiligt sein. Ich werde mein Augenmerk darauf richten, dass die für die Altenhilfe wichtigen Punkte im Gesetzgebungsverfahren umgesetzt werden“, so Dieter Franz abschließend.